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 Betreff des Beitrags: Vergesellschaftungsmethoden
BeitragVerfasst: 24.09.2010 19:06 
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Vergesellschaftung


Da Chinchillas einen sehr eigenwilligen Charakter haben, kann man sie nicht einfach nach Belieben zusammen setzen. Das führt in den meisten Fällen zu Jagdszenen und heftigen Kämpfen, was mit schweren Verletzungen und Todesfällen enden kann. Ganz schlimm wäre, wenn man die Tiere im Käfig des alteingesessenen Tieres zusammen setzt, denn jedes Chin verteidigt sein Revier und geht auf den "Eindringling" los. Die Chinchillas müssen richtig vergesellschaftet werden. Dies kann sehr schnell gehen oder auch mehrere Tage dauern, je nach Charakter der einzelnen Tiere. Es gibt auch kein Patentrezept für eine Vergesellschaftung, da jedes Tier anders ist und die Kunst liegt darin, die richtige Methode für seine Tiere zu finden. Bild


Was man bei jeder Vergesellschaftung beachten sollte:
Die VG am besten morgens oder zur Mittagszeit beginnen, wenn die Tiere noch müde sind.

Meist ist es unproblematischer ein Jungtier als Partner zu vergesellschaften, denn durch den "Welpenschutz" werden meist die Babys akzeptiert, aber es kann auch zu Problemen und Beißereien kommen. Auch die Vergesellschaftung von älteren Tieren ist möglich. Egal für welche Methode man sich entscheidet, man kann nicht erzwingen, dass die Tiere sich mögen und so kann es auch sein, dass die Vergesellschaftung abgebrochen werden muss.

Bei allen Vergesellschaftungen gilt: Wachsam sein und die Tiere genau beobachten. Nicht nur nachts, auch am Tage und nicht nur tagelang, sondern wochenlang!

Bild


Erste Kontaktaufnahme der beiden Böckchen



Normales Verhalten während einer Vergesellschaftung

- aufrichten und Pipiduschen verteilen
- anfauchen
- aufreiten
- mit den Zähnen klappern
- Fellfliegen

Man sollte den Chinchillas nicht die Gelegenheit geben, dass sie sich jagen können. Das kann sich leicht hochschaukeln und die Vergesellschaftung in Gefahr bringen. Sollte es zu Bissen kommen oder gar Blut fließen, muss man die Tiere sofort trennen!





Übersicht der möglichen Gruppenkonstellationen:
- Weibchengruppe, bestehend aus 2 oder mehreren Weibchen
- Böckchengruppe, bestehend aus 2 oder mehreren Böckchen
- 1 Böckchen mit einem oder mehreren Weibchen. Achtung Nachwuchs! Wir raten davon ab.
- 1 kastriertes Böckchen mit einem oder mehreren Weibchen

Bei der gemischten Gruppe sollte nie mehr als ein Böckchen im Käfig sein. Böckchengruppen im gleichen Raum zu halten, wo sich auch Weibchen befinden, kann sehr problematisch werden. Wenn die Weibchen in die Hitze kommen, können sich die Böckchen bekämpfen bis aufs Blut. Es gibt sicher Ausnahmen wo es gut geht, aber wir raten dringendst davon ab, insbesondere wenn man keine Ausweichmöglichkeit hat und die Tiere notfalls in getrennten Räumen unterbringen kann.


Eine Übersicht der verschiedenen Vergesellschaftungsmethoden:

Käfig-an-Käfig-Methode:

- dauert 1 Woche bis zu einem Monat oder gar länger
- der lange Zeitraum bedeutet Stress für die Tiere
- die Verletzungsgefahr ist gering bis ausgeschlossen

Vorgehen
-bei dieser Methode werden die zu vergesellschaftenden Tiere in zwei Käfige gesetzt, die mit etwas Abstand zueinander aufgestellt werden. So können sich die Tiere sehen und riechen, aber nicht berühren und verletzen.
- bei aggressivem Verhalten den Abstand etwas erhöhen
- nach ein paar Tagen werden Sandbad und ggf. Häuschen ect. getauscht, damit sich die Gerüche der Tiere übertragen
- bei friedlichem Verhalten wird der Abstand immer weiter verkleinert
- wenn die Chins durch die Gitter miteinander kuscheln, geht man zur nächsten Methode über




Transportbox-Methode

Vorgehen
-die Chins werden in eine nicht zu große Transportbox gesetzt. Am geeignetesten sind Boxen, die rundherum einsehbar sind. Aber auch eine Katentransportbox wäre geeignet. Die Box sollte flach sein, damit sich die Tiere nicht aufrichten können.
- die Chins sollten mindestens 2-3 Stunden in der Box bleiben, aber nicht länger als 24 Stunden (Wasser und Futter anbieten!)
Manche Chinhalter raten davon ab, die Tiere solange in die Box zu sperren. Da hat jeder seine eigene Methode und man sollte es vom Verhalten der Tiere abhängig machen, wie man vorgeht. Es gibt Chins die in der engen Box panisch reagieren. Dann muss man eine andere Methode wählen.
-wenn in der Box absolute Ruhe herrscht, sollte man die Chin in einen für alle unbekannten, kleinen oder mit Essigwasser neutralisierten Käfig umsetzen, in dem die Tiere für mindestens 2 Tage verbleiben sollten. Es wird eher ein längerer Zeitraum notwendig sein, da sich die Tiere erst aneinander gewöhnen müssen und es dürfen keine Rangkämpfe mehr stattfinden. Sollten es die Chins nicht mehr im Käfig aushalten, kann man ihnen getrennt ein wenig Auslauf gewähren. Wichtig dabei, dass das Chin in einem anderen Raum Auslauf erhält, nicht da, wo sich die anderen Chins im Käfig befinden
- herrscht in dem Käfig Ruhe, dürfen die Chins in den großen, endgültigen Käfig umziehen.
Dabei bitte folgendes beachten:
der endgültige Käfig sollte für alle Chins unbekannt sein. Sollte man keinen neuen Käfig anbieten, so muss er gründlich mit Essigwasser ausgewaschen und umgestaltet werden. Die Versteckmöglichkeiten sollten, wenn möglich, auch neu sein. Falls nicht, müssen diese mit heißem Essigwasser vom Geruch befreit werden.
- Man setzt die Tiere am besten morgens in den Käfig, wenn sie noch müde sind und schlafen wollen.


Bild


Böckchen nach der Vergesellschaftung mit der Box im Übergangskäfig


Was erlaubt ist
- gegenseitiges Besteigen, Aufreiten, Pipiduschen und Fellfliegen

Auch hier die Tiere sofort trennen, wenn es zu Bissen kommt oder gar Blut fließt!




Käfig-in-Käfig-Methode:

Je nachdem, wieviele Tiere man vergesellschaften möchte, braucht man einen Kaninchenkäfig, Meerschweinchenkäfig oder Züchterkäfig und einen kleineren Käfig, z. B. Züchtergitter (Ausstellungsgitter) oder eine Vogeltransportbox. Der Kaninchenkäfig sollte ausgestattet sein mit einer Trinkflasche, Futter und dem Sandbad. Im kleinen Käfig sollte auf jeden Fall die Trinkflasche und Futter vorhanden sein.

Vorgehen
- am besten stellt man den kleinen Käfig in die Ecke des Kaninchenkäfigs, damit der Käfig nicht außen herum frei zugänglich ist für die anderen Chins. Zudem kann man so die Trinkflasche an der Käfigaußenseite befestigen, so dass die anderen Chins nicht an der Flasche herumknabbern können. Wichtig wäre noch, dass der kleine Käfig oben abgedeckt wird mit einem Brett, damit das Chin nicht den anderen in die Füße beißen kann, wenn diese auf dem Käfig sitzen.
- Nun wird das neue Tier in den kleinen Käfig gesetzt und die alteingesessenen Tiere in den Kaninchenkäfig. Man wechselt etwa alle 4 Stunden ab, einmal das Einzeltier im kleinen Käfig, dann die alteingesessenen Tiere.
- Nach dieser Methode geht man etwa 2-3 Tage vor.
Das Risiko dabei besteht darin, dass sich die Chins eine Zehe abbeißen können und man sollte die Tiere in etwa einschätzen können, wie ihr Verhalten ist. Man hört auch auch davon, dass manche Chins aggressiv reagieren, weil sie in dem kleinen Käfig sitzen, während die anderen Tiere um es herum laufen. Der Neidfaktor spielt also sicher eine Rolle.
- Sollten sich die Tiere nur neugierig beschnuppern und kein aggressives Verhalten mehr zeigen, lässt man das Einzeltier zu den anderen in den Kaninchenkäfig. Die Tiere dabei immer gut im Auge behalten, weil man nie weiß, wie sie aufeinander reagieren.

Unser Team verfügt über keine Erfahrung mit dieser Methode und daher können und möchten wir diese Methode nicht empfehlen. Wir sind aber darum bemüht uns nach Erfahrungsberichten umzuhören und diese dann hier einzustellen.


Freilauf-Methode

Von dieser Methode raten wir unbedingt ab, weil es zu schlimmen Jagereien mit Verletzungen und Todesfolge kommen kann. Diese Methode wäre nur akzeptabel, wenn jemand über langjährige Chinerfahrung verfügt und die Chins und ihre Verhaltensweisen kennt und einschätzen kann.



Wichtig: Wenn nach der Vergesellschaftung (egal nach welcher Methode) der erste gemeinsame Freilauf stattfindet, muss man die Tiere gut im Auge behalten. Man sollte sie nur zusammen laufen lassen, wenn sie sich zuvor im Käfig gut verstanden haben.


Hier noch ein Foto, wie das Aufreiten bei Rangordnungskämpfen ausschaut (nicht zu verwechseln mit dem Paarungsverhalten!)

Bild

Böckchen, die sich um ein Leckerchen streiten



Zu solchen kleinen Rangeleien kann es auch mal kommen, wenn die Tiere zuvor friedlich zusammen saßen. Es ist ganz normal. Nur wenn sie sich durch das Zimmer jagen und es zu heftig wird, sollte man für einige Tage den gemeinsamen Auslauf streichen, damit sie wieder im Käfig zueinanderfinden.



Für alle, die sich eine Vergesellschaftung nicht zutrauen: Meldet euch bei unserem Team und wir werden versuchen eine Vergesellschaftungshilfe für euch zu finden. Gerade wenn man noch nie vergesellschaftet hat, ist man meist unsicher und diese Unsicherheit überträgt sich auf die Tiere, was eine Vergesellschaftung schwierig oder gar unmöglich macht.


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